Acid Jazz Radio Künstlerprofil

Hugh Masekela

Tony Oladipo Allen (* 12. August 1940 in Lagos) ist ein nigerianischer Schlagzeuger, Komponist und Songschreiber. Als Schlagzeuger und Musikalischer Direktor von Fela Kutis Band "Africa '70" in den Jahren 1968 bis 1979 gilt er heute als einer der Begründer des Afrobeat. Kuti konstatierte: "Ohne Tony Allen gäbe es den Afrobeat nicht."

Frühe Karriere

Im Alter von 18 Jahren begann Allen als Autodidakt Schlagzeug zu spielen, während er als Ingenieur für einen nigerianischen Radiosender arbeitet. Allen wurde vom Musikgeschmack seines Vaters (Juju, traditioneller Yoruba und Musik der Ibo-Zeremonielle), aber auch vom amerikanischen Jazz und von der wachsenden Highlife-Szene in Nigeria und Ghana beeinflusst. Er arbeitete hart daran, einen einzigartigen Klang des Schlagzeugs zu entwickeln, indem er LPs und Zeitungsartikel von Max Roach und Art Blakey studierte, aber auch Material des ghanaischen Schlagzeugers Guy Warren (jetzt Kofi Ghanaba), der einen speziell jammernden Klang entwickelte und dazu das Trommeln ghanaischer Stämme mit Bop kombinierte, Dizzy Gillespie, Charlie Parker, Thelonious Monk und Max Roach waren für ihn Ausgangsmaterial.

Allen wurde von 'Sir' Victor Olayia für seine Highlife-Band "Cool Cats" als Claves-Spieler angeheuert. Als der bisherige Schlagzeuger der Band diese verließ, füllte Allen die am Schlagzeug entstandene Lücke. Später spielte Allen bei Agu Norris and the Heatwaves, den Nigerian Messengers und den Melody Makers.

Fela & Africa '70

1964 wurde Allen von Fela Ransome Kuti, der eine Highlife-Jazz-Band gründen wollte, zum Vorspielen eingeladen. Kuti und Allen hatten bereits gemeinsam in der Begleitband des Zirkus von Lagos gespielt. Kuti zeigte sich beeindruckt von Allens Spielweise: "Wie kann es sein, dass du der einzige Kerl in Nigeria bist, der so spielen kann - Jazz und Highlife in einem?" So trat Allen Kutis Highlife-Jazz-Band "Koola Lobitos" bei.

1969 entwickelte Fela Kuti mit der gerade in Africa '70 umbenannten Band nach einer USA-Tournee eine neue Variante afrikanischer Musik, bei der der mitreißende Rhythmus von James Brown mit Jazz, Highlife und dem mehrstimmigem Trommeln der Yoruba-Zeremonien kombiniert wurde. Allen entwickelte für Felas neue afrikanische Rhythmen einen neuen Stil, der die verschiedenen Genres vereinte.

Allen schrieb gemeinsam mit Fela Kuti 1970 Lieder. Er war der Einzige, der seine Musik beeinflussen konnte. Allen nahm mit Fela Kuti und Africa '70 mehr als 30 Alben auf, die wohl zu den besten von Fela Kuti gezählt werden können. In den späten 1970ern gab es mehrere Meinungsverschiedenheiten in den Reihen von Africa '70, unter anderem waren Lizenzgebühren und andere Zahlungen ein Grund für Streitigkeiten, auf der anderen Seite bekam die Band mehr Aufmerksamkeit als zuvor.

Als Erfinder der den Afrobeat untermauernden Rhythmen und Musikalischer Direktor von Africa '70 fühlte sich Allen benachteiligt. Fela Kuti behauptete sich und erklärte, dass Allen die Tantiemen von seinen eigenen Liedern verlangen könne, nicht aber von Liedern, die bei Africa '70 in gemeinschaftlicher Arbeit entstanden. In der Folge unterstützte Fela Kuti Allen bei drei Soloalben: Jealousy (1975), Progress (1977) und No Accomodation For Lagos (1979). 1979 rang sich Allen mit einigen anderen Bandmitgliedern dazu durch, Africa '70 zu verlassen. Allen machte alleine weiter, nach wie vor auf der Suche nach seinen ganz eigenen Klangwelten.

Vom Afrobeat zum Afrofunk

Allen gründete seine eigene Band, nahm mit ihr 1980 No Discrimination auf und spielte mit ihr in Lagos bis er 1984 nach London auswanderte. Nachdem er danach nach Paris umgezogen war, spielte Allen mit King Sunny Ade, Ray Lema und Manu Dibango. 1985 nahm er "N.E.P.A." auf.

Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit Fela Kuti entwickelte Allen einen vielschichtigen Sound, der den Afrobeat zerlegte und mit Electronica, Dub und Hip-Hop kombinierte. Allen bezeichnete diese Verschmelzung der Musikstile als Afrofunk.

Sein 13. unabhängig produziertes Album, das am 13. Juni 2006 erschien, war eine Rückkehr zu Allens Wurzeln. Es symbolisiert Allens Rückkehr zum Afrobeat nach avantgardistischen Ausflügen in die Welten des Electronica und ist eine Liveaufnahme aus Lagos von der kompletten Afrobeat-Band "Lagos No Shaking" (Lagos ist in Ordnung).

Brian Eno beschrieb Tony Allen als "den vielleicht größten Schlagzeuger, der je gelebt hat". 2006 spielte er als Schlagzeuger mit Damon Albarn, Paul Simonon und Simon Tong das Debütalbum der Band The Good, the Bad & the Queen ein.

Diskographie:

discogs.com/Tony Allen

Acid Jazz Radio Sendungen

Tony Allen ist in der Sendung "African Rhythms" zu hören sowie in der Basisplaylist.

Links:

Tony Allen bei Myspace.com
Offizielle Webseite Tony Allen

Videos:

Video 1

Video 2

Quellen:

Wikipedia (de), Wikipedia (en)